
Der Mann fürchte sich vor dem Weibe, wenn es liebt:
da brint es jedes Opfer, und jedes andre Ding gilt ihm ohne Wert.
Der Mann fürchte sich vor dem Weibe, wenn es haßt:
denn der Mann ist im Grunde seiner Seele nur böse,
das Weib aber ist dort schlecht.
(Also sprach Zarathustra, Teil
I, Vom alten und jungen Weiblein)
"Das habe ich gethan" sagt mein Gedächtniss. Das kann ich nicht
gethan haben - sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - giebt
das Gedächtniss nach.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 68)
Mit seinen Grundsätzen will man seine Gewohnheiten tyrannisiren
oder rechtfertigen oder ehren oder beschimpfen oder verbergen: - zwei Menschen
mit gleichen Grundsätzen wollen damit wahrscheinlich noch etwas Grund-Verschiedenes.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 77)
Fürchterliche Erlebnisse geben zu rathen, ob Der, welcher sie erlebt,
nicht etwas Fürchterliches ist.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 89)
Gegenliebe entdecken sollte eigentlich den Liebenden über das geliebte
Wesen ernüchtern. "Wie? es ist bescheiden genug, sogar dich zu lieben?
Oder dumm genug? Oder - oder -"
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 102)
Wenn der Entschluss einmal gefasst ist, das Ohr auch für den besten
Gegengrund zu schliessen: Zeichen des starken Charakters. Also ein gelegentlicher
Wille zur Dummheit.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 107)
Die grossen Epochen unsres Lebens liegen dort, wo wir den Muth gewinnen,
unser Böses als unser Bestes umzutaufen.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 116)
Was aus Liebe gethan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse.
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 153)
"Nicht dass du mich belogst, sondern dass ich dir nicht mehr glaube,
hat mich erschüttert." -
(Jenseits von Gut und Böse,
Spruch 183)